Meistererzählungen

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Beschreibung

Mit dieser Auswahl der schönsten Erzählungen Gottfried Kellers aus den 'Leuten von Seldwyla', den 'Züricher Novellen' und den 'Sieben Legenden' ist ein Lesebuch für jung und alt entstanden, ein Einführungsband in das umfassende Prosawerk des Schweizer Dichters ebenso wie eine Blütenlese der Höhepunkte seines erzählerischen Schaffens.

Mit dieser Auswahl der schönsten Erzählungen Gottfried Kellers aus den Leuten von Seldwyla, den Züricher Novellen und den Sieben Legenden ist ein Lesebuch für jung und alt entstanden, ein Einführungsband in das umfassende Prosawerk des Schweizer Dichters ebenso wie eine Blütenlese der Höhepunkte seines erzählerischen Schaffens.

Autorentext
Gottfried Keller, geboren 1819 in Zürich, war der wichtigste Schweizer Dichter des 19. Jahrhunderts. Nach einer erfolglosen Lehre als Kunstmaler schrieb er in Berlin seinen Lebensroman Der grüne Heinrich. Er kehrte erneut nach Zürich und in die finanzielle Abhängigkeit von seiner Mutter zurück. Nach Jahren als Journalist und Gelegenheitsdichter wurde er Staatsschreiber. Abends saß er gern in Wirtshäusern, wo er seinem Temperament mit Krakeel und Gepolter Luft machte. Er starb nach langer Krankheit 1890 in Zürich.

Klappentext

Mit dieser Auswahl der schönsten Erzählungen Gottfried Kellers aus den >Leuten von Seldwyla<, den >Züricher Novellen< und den >Sieben Legenden< ist ein Lesebuch für jung und alt entstanden, ein Einführungsband in das umfassende Prosawerk des Schweizer Dichters ebenso wie eine Blütenlese der Höhepunkte seines erzählerischen Schaffens.



Leseprobe

Die drei gerechten Kammacher

Die Leute von Seldwyla haben bewiesen, daß eine ganze Stadt von Ungerechten oder Leichtsinnigen zur Not fortbestehen kann im Wechsel der Zeiten und des Verkehrs; die drei Kammacher aber, daß nicht drei Gerechte lange unter einem Dache leben können, ohne sich in die Haare zu geraten. Es ist hier aber nicht die himmlische Gerechtigkeit gemeint oder die natürliche Gerechtigkeit des menschlichen Gewissens, sondern jene blutlose Gerechtigkeit, welche aus dem Vaterunser die Bitte gestrichen hat: Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unserm Schuldnern, weil sie keine Schulden macht und auch keine ausstehen hat; welche niemandem zuleid lebt, aber auch niemandem zu Gefallen, wohl arbeiten und erwerben, aber nichts ausgeben will und an der Arbeitstreue nur einen Nutzen, aber keine Freude findet. Solche Gerechte werfen keine Laternen ein aber sie zünden auch keine an, und kein Licht geht von ihnen aus; sie treiben allerlei Hantierung, und eine ist ihnen so gut wie die andere, wenn sie nur mit keiner Fährlichkeit verbunden ist; am liebsten siedeln sie sich dort an, wo viele Ungerechte in ihrem Sinne sind; denn sie untereinander, wenn keine solche zwischen ihnen wären, würden sich bald abreiben, wie Mühlsteine, zwischen denen kein Korn liegt. Wenn diese ein Unglück betrifft, so sind sie höchst verwundert und jammern, als ob sie am Spieße stäken, da sie doch niemandem was zuleid getan haben; denn sie betrachten die Welt als eine große wohlgesicherte Polizeianstalt, wo keiner eine Kontraventionsbuße zu fürchten braucht, wenn er vor seiner Tür fleißig kehrt, keine Blumentöpfe unverwahrt vor das Fenster stellt und kein Wasser aus demselben gießt.

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Produktinformationen

Titel
Meistererzählungen
Untertitel
detebe 22494
Autor
EAN
9783257224948
ISBN
978-3-257-22494-8
Format
Kartonierter Einband
Hersteller
Diogenes
Herausgeber
Diogenes
Genre
Literatur vor 1945
Anzahl Seiten
480
Gewicht
352g
Größe
H180mm x B113mm x T25mm
Jahr
2020
Untertitel
Deutsch
Auflage
3. A.
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