Rendezvous mit einem Mörder

(1) Bewertungen ansehen
(256) LovelyBooks.de Bewertung
20%
CHF 12.40
Auslieferung erfolgt in der Regel innert 2 bis 4 Werktagen.
Kartonierter Einband

Wird oft zusammen gekauft

Preis für alle zwei CHF 24.80

Beschreibung

Alle Indizien weisen darauf hin, dass es sich bei dem gesuchten Frauenmörder um den mächtigen, attraktiven Milliardär Roarke handelt - doch das Herz von Polizeileutnant Eve Dallas spricht eine andere Sprache...

In den zehn Jahren ihres aufreibenden Berufes als Lieutenant der New Yorker Polizei hat die gewitzte, mutige Eve Dallas viel Schreckliches gesehen und, für eine so junge, schöne Frau wie sie, viel zu viel erlebt. Doch sie weiß, dass sie sich auf eines garantiert verlassen kann: auf ihren Instinkt. Bei der Jagd nach einem grausamen Serienmörder, der New York in lähmende Angst versetzt, gerät sie an den undurchsichtigen irischen Milliardär Roarke. Alle Indizien weisen darauf hin, dass er nicht so unschuldig ist, wie er vorgibt zu sein. Doch wider jede Vernunft sprechen Eves Gefühle eine andere Sprache. Sie lässt sich von einem hinreißenden Mann verführen, von dem sie nichts weiß, außer dass er als Killer verdächtigt wird - und ihr Herz erobert hat...



"Ein großartiger Kriminalroman! J.D. Robb schafft das Wunder, ihn sowohl nervenaufreibend als auch humorvoll und romantisch zu gestalten!"

Autorentext
J. D. Robb ist das Pseudonym der international höchst erfolgreichen Autorin Nora Roberts. Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren und veröffentlichte 1981 ihren ersten Roman. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von 500 Millionen Exemplaren überschritten. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.



Leseprobe
Sie wurde im Dunkeln wach. Durch die Spalten in den Fensterln glitt trbes Derlicht und warf schattige Streifen auf das Bett. Es war, als erwache sie in einer Zelle.
Einen Augenblick lang lag sie einfach da, erschaudernd, gefangen, wend der Traum langsam verblasste. Nach zehn Jahren bei der Truppe wurde Eve immer noch gelegentlich von Tren heimgesucht.
Sechs Stunden zuvor hatte sie einen Mann gettet, hatte gesehen, wie der Tod ihm in die Augen kroch. Es war nicht das erste Mal, dass sie den gezielten Todesschuss angewandt oder getrt hatte. Sie hatte gelernt, diese Praxis und ihre Konsequenzen zu akzeptieren.
Es war das Kind, das sie verfolgte. Das Kind, das sie nicht hatte retten knnen. Das Kind, dessen Schreie sich in ihren Tren mit ihren eigenen vermischten.
All das Blut, dachte Eve und wischte sich mit ihren Hen den Schweiaus dem Gesicht. Dass ein so kleines Mhen so viel Blut in seinem Krper hatte. Doch sie wusste, es war lebenswichtig, dass sie die Erinnerung verdrte.
Der blichen Vorgehensweise der Truppe entsprechend wrde sie den Vormittag mit diversen Tests verbringen. Jeder Beamte, der durch Gebrauch seiner Waffe ein Leben beendete, bentigte vor Wiederaufnahme des Dienstes eine physische und psychische Unbedenklichkeitsbescheinigung. Eve empfand die Tests als end.
Sie wrde es ihnen zeigen, so wie sie es ihnen bereits zuvor gezeigt hatte.
Als sie schlieich aufstand, gingen automatisch gedft die Deckenlampen an und beleuchteten den Weg ins Bad. Als sie ihr Spiegelbild erblickte, zuckte sie zusammen. Ihre Augen waren vom Schlafmangel verquollen und ihre Haut beinahe so wsern wie die der Leiche, die sie dem Pathologen berlassen hatte. Statt jedoch weiter darber nachzudenken, trat sie gend unter die Dusche.
Achtunddreig Grad bei vollem Strahl, sagte sie und stellte sich so, dass das Wasser ihr direkt ins Gesicht spritzte.
Eingehllt in den hein Nebel seifte sie sich mde ein, wend sie die Ereignisse des Vorabends noch einmal in Gedanken durchging. Die Tests begannen erst um neun, sodass sie die nsten drei Stunden nutzen wrde, um zur Ruhe zu kommen und den Traum vollends verblassen zu lassen.
Auch die geringsten Zweifel und das kleinste Bedauern wurden oft genug entdeckt und konnten bedeuten, dass man eine zweite, intensivere Testrunde mit den Gern und den eulenigen Technikern, die sie bedienten, ber sich ergehen lassen musste.
Eve hatte jedoch nicht die Absicht, ihre Arbeit ler als einen Tag zu unterbrechen.
Sie hllte sich in ihren Morgenmantel, ging hinber in die Kche und programmierte ihren AutoChef auf schwarzen Kaffee und leicht gebrten Toast. Durch das Fenster hrte sie das dumpfe Brummen der Flieger, die die frhen Pendler in die Bros und die spn heimbrachten. Sie hatte das Apartment vor Jahren gerade deshalb ausgesucht, weil es im Zentrum dichten Boden- und Luftverkehrs gelegen war und weil sie die Gerche und das Gedre mochte. Abermals gend blickte sie aus dem Fenster und verfolgte mit den Augen einen klappernden, alternden Airbus, mit dem Arbeiter, die nicht in der glcklichen Lage waren, entweder in der City oder aber an ihren Computern von zu Hause aus arbeiten zu knnen, durch die Gegend gekarrt wurden.
Sie lud die New York Times auf ihren Bildschirm und berflog die Schlagzeilen, wend sie an ihrem Ersatzkaffee nippte. Wieder einmal hatte der AutoChef ihren Toast verbrennen lassen, und wend sie lustlos daran knabberte, dachte sie flchtig ber die Anschaffung eines neuen Kchencomputers nach.
Als sie sich stirnrunzelnd in einen Artikel ber den Massenrckruf von Cockerspaniel-Droiden vertiefen wollte, blinkte mit einem Mal ihr Tele-Link, sodass sie auf die Kommunikationsebene wechselte und sah, wie ihr Vorgesetzter auf dem Monitor erschien.
Commander.
Lieutenant. Obgleich er ihre noch nassen Haare und ihre mden Augen nicht bersehen konnte, nickte er, statt darauf einzugehen, brsk mit seinem Kopf. Vorkommnis in 27, West Broadway, achtzehnter Stock. Sie bernehmen die Leitung der Ermittlungen.
Eve zog berrascht die Brauen hoch. Ich muss zur erprfung. Gezielter Todesschuss um zweiundzwanzig fnfunddreig.
Die Ermittlungen haben Vorrang vor den Tests, erkle er ihr reglos. Holen Sie auf dem Weg zum Tatort Schild und Waffe bei uns ab. Code Five, Lieutenant.
Zu Befehl, Sir. Noch wend sie sich auf ihrem Stuhl zurcklehnte, verschwand bereits sein Bild. Code Five bedeutete, dass sie ihrem Commander direkt Bericht erstatten, dass es keine unversiegelten Bericht fr die anderen Abteilungen und keine Zusammenarbeit mit der Presse geben wrde.
Kurz gesagt, sie war auf sich allein gestellt.

Am Broadway herrschten Hllenl und furchtbares Gedre. Es war wie auf einer Riesenparty, deren rpelhafte Ge niemals wieder gingen. Sowohl auf den Stran als auch in der Luft herrschte ein so reger Verkehr, dass man inmitten der dicht gedrten Leiber und Transportmittel nur noch mit Mhe Luft bekam. Sie erinnerte sich daran, dass die Gegend bereits in ihren alten Tagen als uniformierte Polizistin als Hot Spot, als geflicher Fleck, sowohl fr menschliche Wracks als auch fr Touristen gegolten hatte, die zu sehr damit beschigt waren, mit gron Augen das allgemeine Treiben zu verfolgen, um auf den Verkehr zu achten.
Selbst um diese frhe Uhrzeit lockten die Gerche der fest installierten und der fahrbaren Essensste, an denen von Reisnudeln bis hin zu Sojabohnen alles angeboten wurde, die zahllosen Besucher dieses Viertels an. Eve musste einen gron Schlenker machen, um nicht mit einem eifrigen Verker und seinem qualmenden Schwebegrill zusammenzuston, und nahm seinen zornig ausgestreckten Mittelfinger eher gelassen hin.
Schlieich parkte sie in zweiter Reihe, wich einem Mann aus, der schlimmer stank als das Gebrin seiner Flasche, und trat auf den Brgersteig. Zuerst sah sie sich das Gebe an - fnfzig Geschosse glitzernden Metalls, die von ihrem Betonsockel wie ein Messer in den Himmel aufragten - und bekam, ehe sie sich schlieich durch die Tr schob, zwei unsittliche Antr. Doch da der fnf Herblcke umfassende Broadway im Volksmund liebevoll Nuttenlaufsteg genannt wurde, war sie darber nicht weiter berrascht.
Sie zeigte dem uniformierten Polizisten am Eingang des Gebes ihre Dienstmarke Lieutenant Dallas.
Zu Befehl, Sir. Er strich ber das offizielle Computersiegel, das das Gebe gegen die Schaulustigen abschirmte und fhrte sie in Richtung der Fahrsthle. Achtzehnter Stock, erkle er, als sich die Tren lautlos hinter ihnen schlossen.
Setzen Sie mich ins Bild, Officer. Eve stellte den Rekorder an und wartete.
Ich war nicht als Erster am Tatort, Lieutenant. Was auch immer dort oben vorgefallen ist, ist bisher nicht bis hier unten durchgedrungen. Aber Sie werden schon erwartet. Ich weinur, dass es in der Wohnung Nummer 1803 einen Todesfall gegeben hat, der nach Code Five behandelt werden soll.
Wer hat die Sache gemeldet?
Das kann ich nicht sagen.
Als sich die Tren ffneten, blieb er im Fahrstuhl zurck, sodass Eve alleine einen schmalen Korridor betrat. Sicherheitskameras blickten auf sie herab, und ihre F bewegten sich beinahe lautlos auf dem abgewetzten Teppich, als sie sich in Richtung des Apartments 1803 begab. Ohne erst zu len, hielt sie ihre Dienstmarke in Augenhhe des Spions, bis jemand ihr aufmachte.
Dallas.
Feeney. Froh, ein vertrautes Gesicht zu sehen, verzog sie ihren Mund zu einem Leln. Ryan Feeney war ein alter Freund und ehemaliger Partner, der die Arbeit auf der Stra gegen einen Schreibtisch und einen Superposten in der Abteilung fr elektronische Ermittlungen eingetauscht hatte. Dann schicken Sie also heutzutage sofort die Computerheinis an die Tatorte.
Sie wollten hohe Tiere, und zwar mglichst die Besten. Trotz der lelnden Lippen in seinem breiten, zerknitterten Gesicht blieben seine Augen ernst. Er war ein kleiner, untersetzter Mann mit kleinen, krigen Hen und rostfarbenem Haar. Du siehst geschafft aus.
Ich hatte eine ziemlich harte Nacht.
Das habe ich gehrt. Er bot ihr eine der gezuckerten Nsse aus der Tte an, die er fr gewhnlich mit sich herumtrug, und versuchte zu erkennen, ob sie bereit war fr das, was sie in dem Schlafzimmer erwartete.
Mit ihren knapp dreig Jahren war sie jung fr einen Menschen ihres Ranges, doch ihre gron braunen Augen hatten nie Gelegenheit gehabt, kindlich-naiv zu blicken. Ihr rehbraunes Haar war kurz geschnitten, weniger schick als vielmehr praktisch, doch es passte zu ihrem dreieckigen Gesicht mit den rasiermesserscharfen Wangenknochen und dem von einem kleinen Grbchen verzierten, stolz gereckten Kinn.
Sie war gro drahtig, versteckte unter ihrer Lederjacke, auch wenn sie beinahe mager wirkte, harte, feste Muskeln, besaein gut funktionierendes Gehirn und obendrein ein Herz.
Die Sache ist ziemlich heikel, Dallas.
Das habe ich mir schon gedacht. Wer ist das Opfer?
Sharon DeBlass, Enkelin von Senator DeBlass.
Keiner der beiden Namen sagte ihr etwas. Politik ist nicht gerade meine Ste, Feeney.
Der Gentleman aus Virginia, ultrarechts, altes Geld. Die Enkelin nahm vor ein paar Jahren eine scharfe Linkskurve, zog hierher nach New York und erwarb die Lizenz als Gesellschafterin.
Dann war sie also eine Nutte. Dallas sah sich in der Wohnung um. Die Einrichtung war sehr modern - Glas und dnnes Chrom, an den Wen signierte Hologramme, eine dunkelrote, in die Wand eingelassene Bar. Auf dem breiten Stimmungsmonitor hinter der Theke verschwammen verschiedene, khl pastellfarbene Formen miteinander.
Adrett wie eine Jungfrau, dachte Eve, und kalt wie eine Hure. Was angesichts ihrer Wohnungswahl nicht weiter berrascht.
Die Politik macht den Fall so delikat. Das Opfer war eine vierundzwanzig Jahre alte wei Frau. Der Tod hat sie im Bett ereilt.
Eve zog eine Braue in die Hhe. Klingt beinahe poetisch, vor allem, nachdem sie ihr Leben anscheinend ebenfalls grenteils dort verbracht hat. Wie ist sie gestorben?
Das ist das nste Problem. Ich mchte, dass du dir die Sache selbst ansiehst.
Als sie das Zimmer durchquerten, nahm jeder von ihnen eine schlanke Dose, besprhte sich die He, um Fett und Fingerabdrcke zu versiegeln, und vor der Tr des Schlafzimmers besprhte Eve auch noch die Sohlen ihrer Stiefel, damit keine Fasern, Haare oder Hautreste daran kleben bleiben wrden.
Ihr Argwohn war geweckt. Normalerweise wn aur ihr zwei weitere Ermittler am Tatort, um Gerche und Bilder aufzunehmen, und die Spurensuche wrde mit der ihr eigenen Ungeduld lst darauf warten, alles genauestens untersuchen zu knnen.
Die Tatsache, dass man aur ihr nur noch Feeney auf den Fall angesetzt hatte, zeigte, welche Diskretion und Vorsicht geboten zu sein schienen.
Es gibt Sicherheitskameras im Eingang, in den Fahrsthlen und in den Korridoren, stellte sie jetzt fest.
Ich habe die Disketten bereits sichergestellt. Feeney ffnete die Tr und lieihr den Vortritt.
Es war kein hbscher Anblick. Eve vertrat die Ansicht, dass der Tod nur selten eine friedliche, religise Erfahrung fr den Menschen war. Er war ein widerliches Ende, das Heilige und Snder gleicherman traf. Dieser Tod jedoch war regelrecht schockierend, als he jemand ihn absichtlich derart inszeniert, um andere zu beleidigen.
Das riesige Bett war mit offenbar echtem Satin in der Farbe reifer Pfirsiche bezogen, und kleine, sanfte Strahler waren auf die nackte Frau gerichtet, die in einer kleinen Mulde auf dem schimmernden Laken lag.
Die Matratze machte geradezu obszn geschmeidige Wellenbewegungen im Rhythmus der aus den Lautsprechern im Kopfteil des Bettes ertnenden Musik.
Sie war immer noch eine Schnheit mit ihrem Kameengesicht, den langen, dichten, flammend roten Haaren, den smaragdgrnen Augen, die glasig unter die verspiegelte Decke des Schlafzimmers starrten, und den langen, milchig wein, sanft schaukelnden Gliedern, bei deren Anblick man unwillkrlich an Schwanensee dachte.
Allerdings waren Arme und Beine der Toten nicht gerade knstlerisch drapiert, sondern dergestalt lstern ausgestreckt, dass die Tote genau in der Mitte des Bettes ein X formte.
Sie hatte ein Loch in der Stirn, ein zweites in der Brust und ein drittes, das grlich zwischen ihren offenen Schenkeln klaffte. Blut war auf das schimmernde Laken gespritzt, an ihr heruntergelaufen, hatte regelrechte Pftzen gebildet und berall widerliche Flecken hinterlassen.
Selbst die lackierten We waren dunkelrot bespritzt, als he irgendein bsartiges Kind dort ein tdliches Geme angebracht.
Sie musste schwer schlucken und sich zwingen, das Bild eines kleinen Kindes zu verdren.
Ihr habt das Szenarium auf Band?
Ja.
Dann stell das verdammte Ding doch bitte endlich ab. Als Feeney die Musik zum Verstummen und das schaukelnde Bett zum Stehen brachte, atmete sie aus. Die Wunden, murmelte sie und trat, um sie sich genauer anzusehen, nr an die tote Frau heran. Zu sauber fr ein Messer. Zu ausgefranst fr einen Laser. Pltzlich blitzte die Erkenntnis in ihr auf - alte Ausbildungsfilme, alte Videos hatten ihr diese alte Form der Grausamkeit gezeigt.
Himmel, Feeney, die Lcher sehen aus wie Schussverletzungen.
Feeney zog eine versiegelte Tte aus der Tasche. Wer auch immer das getan hat, hat ein Andenken zurckgelassen. Er drckte Eve die Tte in die Hand. Fr ein antikes Ding wie das hier kriegt man von einem legalen Sammler acht- bis zehntausend, und auf dem Schwarzmarkt problemlos mindestens das Doppelte.
Fasziniert drehte Eve den versiegelten Revolver in der Hand. Er ist schwer, sagte sie beinahe zu sich selbst. Klobig.
Kaliber achtunddreig, erkle ihr Feeney. Die erste derartige Waffe, die ich aurhalb eines Museums zu sehen bekommen habe. Das hier ist ein Smith & Wesson, Modell zehn, gebler Stahl. Er bedachte den Revolver mit einem beinahe liebevollen Blick. Ein echter Klassiker, bis in die zweite Hte des zwanzigsten Jahrhunderts Standardwaffe der Polizei. Die Produktion wurde zweiundzwanzig, dreiundzwanzig herum eingestellt, als das Waffenverbot durchkam.
Du bist wirklich ein erstaunlich guter Historiker. Was erkle, weshalb man ihn ihr zugeteilt hatte. Sieht neu aus. Sie schnupperte an der Tte und erhaschte den Geruch von und von Verbranntem. Irgendjemand hat das Ding hervorragend gepflegt. Stahl in Fleisch, dachte sie laut, wend sie Feeney die Tte zurckgab. Eine wirklich unschne Art zu sterben und das erste Mal in meinen zehn Jahren bei der Truppe, dass ich so etwas zu sehen bekomme.
Fr mich ist es das zweite Mal. Vor ungef fnfzehn Jahren geriet in der Lower East Side eine Party aus dem Ruder. Einer der Typen hat mit einer Zweiundzwanziger fnf Leute erschossen, bevor ihm endlich klar wurde, dass er kein Spielzeug in der Hand hatte. Eine wirklich widerliche Sache.
Hauptsache, er hatte sein Vergngen, murmelte Eve sarkastisch. Am besten berprfen wir zuerst die Sammler, um zu sehen, wie viele von ihnen ein solches Ding besitzen. Vielleicht hat ja auch einer von ihnen einen Einbruch oder Diebstahl gemeldet.
Vielleicht.
Allerdings halte ich es fr wahrscheinlicher, dass das Ding auf dem Schwarzmarkt erworben worden ist. Eve blickte zurck auf die Leiche. Wenn sie bereits seit ein paar Jahren im Gesch war, hat sie sicher Disketten, Kundenlisten, irgendwelche Bcher. Sie runzelte die Stirn. Da dies ein Code Five ist, werde ich die Laufarbeit selbst erledigen mssen. Ganz offensichtlich handelt es sich hier um keinen gewhnlichen Sexualmord, erkle sie seufzend. Wer auch immer das getan hat, hat alles sorgfig inszeniert. Die antike Waffe, die beinahe wie mit dem Lineal gezogene Einschusslinie, das Licht, die Pose der Toten. Feeney, wer hat die Tote gemeldet?
Der Killer. Er wartete, bis sie ihn wieder ansah. Von hier aus. Hat direkt auf der Wache angerufen. Siehst du, wie die Kamera direkt auf ihr Gesicht gelenkt wurde? Das war es, was bei unseren Jungs ankam. Kein Ton, einzig Bilder.
Dann findet er also Gefallen an Effekthascherei. Eve atmete hrbar aus. Ein wirklich cleverer Bastard, arrogant und anmand. Zuvor hat er mit ihr geschlafen. Darauf verwette ich meine Dienstmarke. Und dann ist er aufgestanden und hat sie erledigt. Sie hob ihren Arm, zielte und lieihn, wend sie zte, wieder sinken. Eins, zwei, drei.
Das nenne ich ziemlich kaltbltig, murmelte Feeney.

Mehr anzeigen

Produktinformationen

Titel
Rendezvous mit einem Mörder
Untertitel
Roman. Aus d. Amerikan. v. Uta Hege
Autor
Übersetzer
EAN
9783442354504
ISBN
978-3-442-35450-4
Format
Kartonierter Einband
Herausgeber
Blanvalet
Genre
Krimis, Thriller & Horror
Anzahl Seiten
384
Gewicht
313g
Größe
H181mm x B116mm x T24mm
Jahr
2001
Untertitel
Deutsch
Mehr anzeigen
Andere Kunden kauften auch