Symphonie des Todes

(0) Erste Bewertung abgeben
(109) LovelyBooks.de Bewertung
20%
CHF 12.40
Auslieferung erfolgt in der Regel innert 2 bis 4 Werktagen.
Kartonierter Einband

Wird oft zusammen gekauft

Preis für alle zwei CHF 24.80

Beschreibung

Die andere Seite der Nora Roberts: gefährlich, rasant, romantisch!

In einem New Yorker Luxushotel wird ein Zimmermädchen brutal ermordet. Unter Verdacht: Der Profikiller Yost. Doch wer heuert einen Killer für eine harmlose Angestellte an?

+++Der Tatort+++
Die Suite 4602 im luxuriösen Palace Hotel in New York City.

+++Das Mordopfer+++
Darlene French, ein Zimmermädchen.

+++Die Tatwaffe+++
Ein dünner Silberdraht.

+++Der Tatverdächtige+++
Sylvester Yost, ein Profikiller.

+++Sein Markenzeichen+++
Er hört Musik, wenn er mordet.

+++Die Ermittlerin+++
Lieutenant Eve Dallas und ihr 12. Fall.


Der 12. Fall für Lieutnant Eve Dallas - und ihr packendster!



"Diese Serie macht süchtig!"

Autorentext
J. D. Robb ist das Pseudonym der international höchst erfolgreichen Autorin Nora Roberts. Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren und veröffentlichte 1981 ihren ersten Roman. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von 500 Millionen Exemplaren überschritten. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.



Klappentext

Die andere Seite der Nora Roberts: gefährlich, rasant, romantisch!

In einem New Yorker Luxushotel wird ein Zimmermädchen brutal ermordet. Unter Verdacht: Der Profikiller Yost. Doch wer heuert einen Killer für eine harmlose Angestellte an?

+++Der Tatort+++
>+++Das Mordopfer+++
>+++Die Tatwaffe+++
>+++Der Tatverdächtige+++
>+++Sein Markenzeichen+++
>+++Die Ermittlerin+++
>
>



Zusammenfassung
Die andere Seite der Nora Roberts: gefährlich, rasant, romantisch!

In einem New Yorker Luxushotel wird ein Zimmermädchen brutal ermordet. Unter Verdacht: Der Profikiller Yost. Doch wer heuert einen Killer für eine harmlose Angestellte an?

+++Der Tatort+++
Die Suite 4602 im luxuriösen Palace Hotel in New York City.

+++Das Mordopfer+++
Darlene French, ein Zimmermädchen.

+++Die Tatwaffe+++
Ein dünner Silberdraht.

+++Der Tatverdächtige+++
Sylvester Yost, ein Profikiller.

+++Sein Markenzeichen+++
Er hört Musik, wenn er mordet.

+++Die Ermittlerin+++
Lieutenant Eve Dallas und ihr 12. Fall.


Der 12. Fall für Lieutnant Eve Dallas - und ihr packendster!



Leseprobe
Prolog
Ein Mensch wurde ermordet.

Hinter den mit Sichtblenden versehenen Fenstern und sechsundvierzig Etagen unterhalb des Raumes, in dem ihn der Tod ereilte, ging das Leben weiter. Lend, hektisch, blind fr das, was gleichzeitig geschah.
Am schnsten war New York an einem milden Maiabend wie diesem, wenn sich ein Meer von Blumen aus den Steintrgen und den Sten der Hler entlang der breiten Hauptstran ergoss. Fast wurde der Gestank der Abgase der Autos und der Flugzeuge, die wie stets die Fahrbahnen und Flugschneisen verstopften, von ihrem sn Duft verdrt.
Fuer marschierten eilig die Gehwege entlang, schlenderten gemlich an den Schaufenstern vorbei oder lehnten sich, wend sie sich von einem Gleitband transportieren lien, gemtlich irgendwo an. Kaum jemand trug eine Jacke oder einen Mantel, so dass man allerorten Hemden, Blusen und vor allem die neonfarbenen T-Shirts, die im Frhjahr 2059 ein echter Renner waren, sah.
An den Schwebegrills wurden modische Getre in denselben grellen Farbtnen verkauft, und der Geruch gegrillter Sojaburger stieg in den blauen Abendhimmel auf.
Viele junge Leute nutzten das letzte Tageslicht und tobten sich mit Ben, Reifen oder Stcken auf den Sportplen aus.
In den Kinos um den Times Square war kaum etwas los, denn die Kunden hielten sich an diesem wunderbaren Abend lieber auf den Stran auf. Anders war es in den Sex-Shops und den Clubs, denn gerade diese Jahreszeit rief in vielen Spaan solchen Dingen wach.
Luftbusse karrten Kunden in die Sky Mall, das hochgelegene Einkaufszentrum, und Werbeflieger kreuzten ber den Stran und sonderten, um noch mehr Kundschaft in die Ln zu bekommen, einen nicht endenden Strom von mehr oder minder flotten Sprchen ab.
Kauf und du wirst glcklich. Und morgen? Kaufst du einfach wieder irgendetwas ein.
Paare san vor dem Aperitif oder vor gefllten Tellern an den Tischen vor den Restaurants, schmiedeten frhlich Pl fr den weiteren Verlauf des Abends, unterhielten sich ber das wunderbare Wetter oder tauschten sich ber die Erlebnisse des Tages aus.
Das Leben in der Stadt erstrahlte in seiner ganzen Schnheit, wend hoch ber den Kpfen der unzigen geschigen, gut gelaunten Menschen das Grauen des Todes Einzug hielt.
Er kannte nicht mal ihren Namen. Doch es war ihm vllig egal, wie ihre Mutter sie gerufen hatte, als sie zappelnd auf die Welt gekommen war. Und es kmmerte ihn noch viel weniger, welchen Namen sie mitnehmen wrde, wenn sie diese Welt ebenso zappelnd wieder verlie
Es ging alleine darum, dass sie da war. Zur rechten Zeit am rechten Ort.
Sie hatte die Suite 4602 betreten, wend sie auf ihrer abendlichen Runde durch die Zimmer dieses Stockwerkes gewesen war. Er hatte bereits seit dem Nachmittag auf sie gewartet und wurde durch ihr pnktliches Erscheinen fr seine Geduld belohnt.
Sie trug die adrette schwarze Uniform und das hbsche wei Schrzchen eines Zimmermhens des eleganten Palace Hotel und hatte sich das glend braune Haar, wie von einer Angestellten des besten Hotels der ganzen Stadt erwartet wurde, mit einer schlichten schwarzen Spange ordentlich im Nacken zusammen gesteckt.
Zu seiner Freude war sie jung und hbsch. Doch he er sein Werk auch dann wie geplant verrichtet, wenn sie neunzig Jahre alt gewesen w und hlich wie die Nacht finster.
Aufgrund der Tatsache jedoch, dass sie jung und mit ihren roten Wangen und den dunklen Augen durchaus attraktiv zu nennen war, wrde seine Arbeit fr ihn ein regelrechter Genuss.
Natrlich hatte sie geklingelt. Zweimal, mit der erforderlichen kurzen Pause. Und diese Pause hatte er genutzt und sich lautlos in dem gron Schlafzimmerschrank versteckt.
Als sie schlieich die Tr mit ihrem Generalschlssel geffnet hatte, hatte sie vorschriftsmg gerufen.
Ich komme, um das Bett zu machen. Dabei hatte sie den gleichmtigen Singsang an den Tag gelegt, mit dem sich die meisten Zimmermhen in Ren meldeten, in denen nur selten jemand war.
Zu erst ging sie durchs Schlafzimmer ins Bad, um die Handtcher, die der Bewohner der Suite, der sich unter dem Namen James Priory eingetragen hatte, seit seiner Ankunft vielleicht bereits benutzt hatte, durch frische zu ersetzen.
Wend sie das Bad aufrte, sang sie eine muntere kleine Melodie. Geh du nur frhlich deiner Arbeit nach, dachte er an seinem Platz im Schrank. Das t er gleich nich ebenso.
Er wartete, bis sie zurckkam und die benutzten Handtcher, um sie spr mit hinauszunehmen, auf den Boden warf. Wartete, bis sie ans Bett getreten und mit dem Aufschlagen der leuchtend blauen Tagesdecke fertig war.
Sie war stolz auf ihre Arbeit, merkte er, als er sie die linke Stoffecke sorgfig zu einem langen Dreieck falten sah.
Tja, das war er genauso.
Er bewegte sich blitzschnell. Kaum nahm sie aus dem Augenwinkel eine verschwommene Bewegung wahr, hatte er sie auch schon erreicht. Sie schrie gellend auf, doch ihr lang gezogener Schrei drang ber das schallisolierte Zimmer nicht hinaus.
Er wollte, dass sie schrie. Dadurch k er in Stimmung.
Sie schlug verzweifelt um sich und streckte eine Hand nach dem Piepser in der Schrzentasche aus. Er aber drehte ihr einfach den Arm hinter den Rcken, bis ihr Schrei vor lauter Schmerz erstarb und sie nur noch zu einem leisen Wimmern in der Lage war.
Das kann ich nicht zulassen. Er nahm ihr den Piepser ab und warf ihn achtlos fort. Das, was gleich passieren wird, wird dir nicht gefallen, erkle er ihr freundlich. Aber mir wird es gefallen, und das ist das Einzige, was zt.
Er legte einen Arm um ihren Hals und hob die zierliche, kaum fnfzig Kilo schwere, junge Frau mhelos in die Hhe, bis sie halb erstickt erschlafft in sich zusammensank.
Er hatte fr den Notfall eine Spritze mit einem starken Beruhigungsmittel eingesteckt, doch die wrde er nicht brauchen bei einer derart winzigen Person.
Als er sie wieder los lieund sie kraftlos auf die Knie sank, rieb er sich die He und sah sie mit einem strahlenden Leln an.
Musik an, befahl er mit gut gelaunter Stimme und sofort tosten die von ihm zuvor einprogrammierten gewaltigen Kle einer Arie aus der Oper Carmen durch den Raum.
Einfach prachtvoll, dachte er und atmete, als knne er dadurch die Noten in sich aufsaugen, so tief wie mglich ein.
Und jetzt machen wir uns am besten an die Arbeit.
Pfeifend prgelte er auf sie ein. Summend vergewaltigte er sie. Und als er sie erwrgt hatte, sang er aus vollem Hals die Carmen-Arie mit.

Der Tod hatte zahlreiche Facetten, und der gewaltsame Tod sogar noch mehr. Es war ihr Job, diese Facetten zu durchleuchten, bis sie auf den Kern des Ganzen stie
Ob ein Mord in heim Zorn oder vllig kaltbltig begangen wurde, war ihr dabei egal. Sie diente den Toten, und sie hatte einen Eid geschworen, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, um dafr zu sorgen, dass dem Opfer Gerechtigkeit widerfuhr.
Heute Abend allerdings hatte Lieutenant Eve Dallas von der New Yorker Polizei Dienstausweis, Dienstwaffe sowie Handy in einem eleganten, kleinen Seidenthchen, das sie als lerlich frivol und erst unpraktisch empfand, versteckt.
Statt wie gewohnt in Lederjacke, Hemd und Jeans war ihr langer, schlanker Krper in ein weich schimmerndes, apricotfarbenes, im Rcken geradezu dramatisch tief ausgeschnittenes Abendkleid gehllt. Kleine Diamanten glitzerten an ihrem Hals, an ihren Ohrlchen, in die sie sich vor kurzem in einem Augenblick der Schwe hatte Lcher stechen lassen, und was ihr besonders peinlich war in ihrem kurz geschnittenen braunen Haar.
Einzig ihre braunen Augen wiesen sie auch weiterhin als Polizistin aus. Sie sah sich in dem eleganten Ballsaal um, lieden Blick ber die Ge wandern und dachte dabei ber die von ihrem Mann getroffenen Sicherheitsvorkehrungen nach.
Die in die kunstvoll vergipsten Decken eingelassenen erwachungskameras boten einen vollstigen erblick ber den gesamten Saal. Scanner prften unauffig, ob ein Gast oder ein Angestellter irgendwelche Waffen bei sich trug. Und mindestens die Hte der schwarz befrackten Kellner, die sich mit Tabletts voller Getre durch die Menge schoben, hatte eine Ausbildung als Leibwter oder im Nahkampf absolviert.
Nur geladene Ge fanden heute Abend Einlass, und das Siegel auf den Einladungen wurde an den Eingangstren sorgfig geprft.
Vorsicht war dringend geboten, denn es wurden Schmuckstcke, Kunstwerke und Kleider mit einem geschten Gesamtwert von fnfhundertachtundsiebzig Millionen Dollar im Ballsaal ausgestellt.
Jedes dieser Stcke ruhte an einem Platz, an dem es besonders vorteilhaft zur Geltung kam, und war durch ein auf Bewegung, Licht, Gewicht und We eingestelltes individuelles Sensorfeld geschtzt. Falls irgendwer versuchen wrde, einen dieser Gegenste nur zu berhren, g es sofort ohrenbetenden Alarm, alle Tren gingen zu, und der private Wachdienst wrde umgehend durch ein handverlesenes Eliteteam der New Yorker Polizei verstt.
Eves Meinung nach war eine solche Ausstellung an einem derart gron, derart ffentlichen Ort geradezu idiotisch, weil sie allzu viele Menschen in Versuchung fhren knnte, selbst wenn die Inszenierung wirklich gelungen war.
Aber was sollte man von jemandem wie Roarke auch anderes erwarten?
Nun, Lieutenant? Die amsierte Stimme mit dem melodisen, leichten irischen Akzent lenkte ihren Blick zurck auf ihren Mann.
Obgleich Roarke natrlich nicht nur durch seine Stimme die Aufmerksamkeit fast aller Frauen automatisch auf sich zog.
Er hatte sndhaft blaue Augen und ein Gesicht, das Gott an einem seiner besten Tage persnlich gemeilt zu haben schien. Als er sie jetzt betrachtete, verzog er seinen Dichtermund, der ihrer Meinung nach einfach zum Anbein war, zu einem leichten Leln, zog eine dunkle Braue in die Hhe und strich mit seinen langen Fingern besitzergreifend ber ihren nackten Arm.
Seit fast einem Jahr waren sie beide Mann und Frau, doch wenn er sie so beilig und gleichzeitig intim berhrte, fing ihr Puls noch genauso an zu rasen wie am allerersten Tag.
Nette Feier, meinte sie, und sein Leln dehnte sich zu einem umwerfenden Grinsen aus.
Ja, nicht wahr? Die Hand auf ihrem Arm, sah er sich zufrieden um.
Seine rabenschwarzen Haare fielen ihm fast bis auf die Schultern, wodurch er, wie sie fand, das Aussehen eines wilden irischen Kriegsfrsten bekam. Und mit seinem hoch gewachsenen, straffen, muskulsen Krper in dem eleganten schwarzen Anzug bot er einen Anblick, der nicht nur ihr, sondern ebenfalls einer Groahl der anderen Frauen regelrecht den Atem nahm. He Eve zu Eifersucht geneigt, he sie gleich einigen der anwesenden Damen krig in den Hintern treten mssen wegen der feurigen beziehungsweise sehnschtigen Blicke, die ihr Gatte von ihnen zugeworfen bekam.
Bist du mit den von uns getroffenen Sicherheitsvorkehrungen zufrieden?, fragte er sie lelnd.
Dass du diese Ausstellung im Ballsaal eines Hotels organisierst, finde ich, egal, ob der Ballsaal dir gehrt, nach wie vor in hchstem Mariskant. Schlieich ist das Zeug, das hier herumliegt, mehrere hundert Millionen Dollar wert.
Er zuckte leicht zusammen. Zeug ist nicht unbedingt das Wort, mit dem all diese Dinge nach unseren Bemhungen, Werbung fr die Auktion zu machen, bezeichnet werden sollten. Die Kunstwerke, die Schmuckstcke und Souvenirs, die Magda Lane im Verlauf ihrer Karriere zusammengetragen hat, sind so ziemlich das Feinste, was jemals zur Versteigerung geboten worden ist.
Und sie streicht dafr sicher jede Menge Kohle ein.
Das will ich doch wohl hoffen, denn dafr, dass mein Unternehmen die Ausstellung und die Auktion organisiert und auch die Verantwortung fr die Sicherheit des Ganzen bernimmt, kriegt es ein ordentliches Stck von diesem Kuchen ab.
Wend er sich nun selbst aufmerksam im Ballsaal umschaute, hatte er dabei den gleichen khlen, durchdringenden Blick wie seine Frau, obwohl er alles andere als ein Polizist war.
Ihr Name allein wird dafr sorgen, dass die Leute fr die Gegenste hoch bieten. Ich glaube, wir knnen davon ausgehen, dass am Schluss das Doppelte des tatslichen Werts all dieser Stcke erzielt werden wird.
Wahnsinn, dachte Eve. Absoluter Wahnsinn. Du denkst, dass die Leute eine halbe Milliarde fr Sachen lockermachen werden, die jemand anderem gehren?
Das ist nur eine vorsichtige Schung, bei der der Sentimentalitfaktor nicht mitgerechnet ist.
Meine Gte! Sie schttelte den Kopf. Dabei ist das alles doch nur irgendwelcher alter Plunder. Dann aber hob sie entschuldigend eine Hand. Ich hatte kurz vergessen, dass der Typ, mit dem ich gerade rede, der Knig alten Plunders ist.
Danke vielmals fr das Kompliment. Dass er selber einen Teil dieses Plunders fr sich und seine Frau ersteigern wollte, erzte er ihr vielleicht erst mal besser nicht.
Er hob einen Finger, und im Handumdrehen tauchte ein befrackter Kellner mit einem Tablett voll gefllter Champagnerflten vor ihm auf. Roarke nahm zwei der Glr und reichte eins der beiden Eve. Falls du damit fertig bist, die von mir getroffenen Sicherheitsvorkehrungen zu prfen, knntest du dich jetzt eventuell schlichtweg amsieren.
Wer sagt denn, dass ich das nicht lst schon tue? Schlieich war sie nicht als Polizistin hier, sondern als Roarkes Frau. Was hie dass sie gezwungen war, sich unter die Geschar zu mischen und die gre Qual ber sich ergehen zu lassen, die es in ihren Augen gab: Smalltalk mit irgendwelchen Leuten, mit denen es wahrhaftig nichts zu reden gab.
Da er sie genauestens kannte, hob er ihre Hand an seine Lippen und erkle beeindruckt: Du bist wirklich gut zu mir.
Wollen wir hoffen, dass du das nicht so schnell vergisst. Also gut. Sie nahm einen krigenden Schluck aus ihrem Glas. Wem wirfst du mich zum Fravor?
Ich denke, wir sollten mit der Hauptperson beginnen. Lass mich dir Magda vorstellen. Sie wird dir gefallen.
Eine Schauspielerin, grummelte Eve erbost.
Es ist hlich, wenn man Vorurteile hat. Und auf jeden Fall ist Magda Lane viel mehr als eine blo Schauspielerin, erkle er und bahnte sich einen Weg durch das Gedre auf die gro Mimin zu. Sie ist eine Legende. Sie ist seit fnfzig Jahren im Gesch und hat jeden neuen Trend, jeden neuen Stil, jede Vererung in ihrem Metier nicht nur schadlos berstanden, sondern positiv genutzt. Dafr reicht Talent allein nicht aus. Dafr braucht man Rckgrat, und davon hat sie eindeutig jede Menge.
Eve hatte ihren Gatten niemals zuvor derart schwerisch erlebt, und so erkle sie lelnd: Du scheinst ein echter Fan von ihr zu sein.
Und ob. Als ich als Kind in Dublin lebte, gab es einen Abend, an dem ich von der Stra verschwinden musste, weil ich ein paar geklaute Brieftaschen und andere Kleinigkeiten in der Tasche hatte und mir die Polizei dicht auf den Fersen war.
Typisch Strangre. Sie verzog tadelnd ihren vollen, ungeschminkten Mund.
Tja, vielleicht, auf jeden Fall bin ich in einem Kino abgetaucht. Ich war zirka acht und war der festen erzeugung, dass ich mich bei dem Drama, das gerade geboten wurde, zu Tode langweilen wrde, aber dann saich im Dunkeln und sah zum ersten Mal Magda Lane als Pamela in Prides Fall.
Er zeigte auf ein mit unzigen eisig blau glitzernden Steinen besetztes, ausladendes, strahlend weis Ballkleid. Die Droiden-Replik der Mimin, die es trug, drehte sich elegant im Kreis, machte einen grazisen Knicks und hielt sich dabei einen leuchtend wein Fer vors Gesicht.
Wie zum Teufel hat sie sich in diesem Ding bewegt?, berlegte Eve. Sieht aus, als ob es mindestens eine Tonne wiegt.
Er fing an zu lachen. Typisch Eve, dass sie nur die unpraktische, nicht aber die glamourse Seite dieses Kleides sah. Wie man mir erzt hat, wiegt das Kleid tatslich beinahe dreig Pfund. Sie hat offenkundig bereits damals jede Menge Rckgrat gehabt. Auf alle Fe trug sie dieses Kleid, als ich sie zum ersten Mal im Kino sah. Und wend dieser Stunde vergaich total, wo ich war, wer ich war, dass ich einen Bnhunger hatte und dass mir zu Hause Prgel drohen wrden, falls nach Meinung meines Alten nicht gengend Geld in den geklauten Brieftaschen zu finden war. Sie zog mich vllig in ihren Bann.
Eine Strung ihrer Unterhaltung verhinderte er dadurch, dass er lig winkte oder freundlich lelte, wenn jemand nach ihm rief. In jenem Sommer habe ich mir Prides Fall noch vier Mal angesehen und sogar dafr bezahlt. Na ja, zu mindest einmal habe ich brav eine Eintrittskarte gekauft. Und auch spr habe ich mir stets, wenn ich der Wirklichkeit entfliehen wollte, irgendwelche Filme, vorzugsweise mit ihr, angesehen.
Da sie den kleinen Jungen deutlich vor sich sehen konnte, der allein im Dunkeln saund sich von den Bildern auf der Leinwand in eine andere Welt entfhren lie ergriff sie seine Hand.
Als achtjiger Junge hatte er eine Welt fr sich entdeckt, die aurhalb der grausamen Gewalt und des frchterlichen Elends seines eigenen Lebens lag.
Als achtjiges Mhen hatte sie, zu traumatisiert, um sich an irgendwas aus ihrem bisherigen Leben und sei es nur ihren Namen zu erinnern, die Wandlung zu Eve Dallas durchgemacht.
War das nicht fast das Gleiche?
Eve erkannte die Schauspielerin sofort. Auch wenn Roarke inzwischen nicht mehr ins Kino ging, hatte er doch Tausende von Filmen auf Diskette, und sie hatte in dem Jahr, seit sie ihn kannte, mehr Zeit vor dem Fernsehbildschirm zugebracht als in den gesamten dreig Jahren zu vor.
Magda Lane war nicht zu bersehen. In ihrem leuchtend roten Kleid sah ihr wohlgeformter, straffer Leib wie ein vollendetes Kunstwerk aus. Mit ihren dreiundsechzig Jahren hatte sie das beste Alter gerade hinter sich gelassen, der Begriff Matrone jedoch fiel einem bei ihrem Anblick ganz bestimmt nicht ein. Nach allem, was Eve sah, ging sie den neuen Lebensabschnitt erst schwungvoll an.
Ihr Haar hatte die Farbe reifen Weizens und wogte in spiralfrmigen Locken auf ihre nackten Schultern. Ihre Lippen, voll und reif wie ihr gesamter Krper, schimmerten im selben Rot wie ihr Gewand. Ihre milchig wei Haut war faltenlos und wurde von dem Schnheitsfleck am Ende einer ihrer sanft geschwungenen Brauen vorteilhaft betont.
Der Blick der leuchtend grnen Augen, die unter diesen dunklen Brauen blitzten, landete khl und abschend auf Eve. Dann wanderte er weiter Richtung Roarke und wurde pltzlich warm.
Mit einem leichten Leln trat sie aus dem Kreis von Menschen, der sich um sie gebildet hatte, und kam mit ausgestreckten Armen auf ihn zu.
Mein Gott, Sie sehen einfach prtig aus.
Roarke nahm ihre He und hob sie an seinen Mund. Ich wollte gerade genau dasselbe sagen, Magda. Wie immer sehen Sie einfach fantastisch aus.
Ja, aber das gehrt zu meinem Job. Sie hingegen wurden einfach so geboren. Sie sind eben ein Glckspilz. Und das ist sicher Ihre Frau.
Ja. Eve, Magda Lane.
Lieutenant Eve Dallas.

Mehr anzeigen

Produktinformationen

Titel
Symphonie des Todes
Untertitel
Roman
Autor
Übersetzer
EAN
9783442363339
ISBN
978-3-442-36333-9
Format
Kartonierter Einband
Herausgeber
Blanvalet
Genre
Romane & Erzählungen
Anzahl Seiten
528
Gewicht
420g
Größe
H186mm x B116mm x T38mm
Jahr
2006
Untertitel
Deutsch
Mehr anzeigen
Andere Kunden kauften auch