Jagd

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Beschreibung

Da Gottlieb Zürn seine Unterlegenheit als Immobilienmakler erkennen mußte, überließ er seiner Frau Anna, die sich im Handel und Wandel mit den Kunden erfolgreich gezeigt hatte, den Part der größeren Einträglichkeit: Anna, das Zentrum der Familie, die Ärztin, die Glaubensfähige, die Tonangebende. Es beginnt idyllisch, aber die Idylle hält nicht. Die Jagd beginnt. Als die Tochter Julia, achtzehn, verschwindet, erweist es sich, wie wenig der Familienfrieden einer war.

Autorentext
Martin Walser wurde am 24. März 1927 in Wasserburg am Bodensee geboren. Nach seinem Arbeitsdienst erlebte er das Ende des Zweiten Weltkrieges von 1944 bis 1945 als Soldat der Wehrmacht. Nach Kriegsende machte er 1946 in Lindau am Bodensee-Gymnasium das Abitur und studierte an den Universitäten Regensburg und Tübingen Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie. Mit einer Dissertation zu Franz Kafka wurde er 1951 in Tübingen promoviert. Von 1949 bis 57 arbeitete er beim Süddeutschen Rundfunk. In dieser Zeit unternahm er Reisen für Funk und Fernsehen nach Italien, Frankreich, England, CSSR und Polen und schrieb erste Hörspiele.1950 heiratete er Katharina Neuner-Jehle. Aus dieser Ehe gingen die Töchter Franziska, Alissa, Johanna und Theresia hervor. Seit 1953 wurde Walser regelmäßig zu den Tagungen der Gruppe 47 eingeladen, die ihn 1955 für die Erzählung Templones Ende auszeichnete. Sein erster Roman Ehen in Philippsburg erschien 1957 und wurde ein großer Erfolg. Walser lebte von da an mit seiner Familie als freier Schriftsteller erst in Friedrichshafen und dann in Nußdorf am Bodensee.

Leseprobe

Gottlieb Zürn träumte, er liege in einer Wiege und diese Wiege stehe mitten im Rheinfall und über die Wiege beuge sich eine Frau und die Frau singe, aber man hörte sie nicht, das Getöse des herabstürzenden Wassers war zu laut. Gottlieb Zürn erwachte. Er hörte immer noch Wasser; nicht mehr als Getöse, aber als Platschen und Klatschen, als machten Elefanten drunten am Ufer eine Wasserschlacht. Es war kurz nach vier, am dritten Juni. Ein solches Wasserschlachtgeräusch hatte er noch nie gehört. Er kam leichter aus dem Bett als sonst. Anna war noch ganz ins Bettzeug verschlungen. Also leise hinaus und hinunter. Der Garten feierte den Junimorgen. Sobald Gottlieb Zürn die von hellviolett strahlenden Tamariskenzweigen fast unpassierbar gemachte Gartentür hinter sich hatte, sah er, was ihn geweckt hatte. Der im Juni fast bis zum Wegrand volle See wimmelte von, durcheinanderschwimmenden, immer wieder jäh die Wasseroberfläche durchbrechenden und auf das Wasser mit Schwanzflossen einschlagenden Fischen. Und zwar nur hier, nur vor Gottliebs Haus und Grund. Brachsen waren das. Allmählich begriff er, daß hier Fortpflanzung betrieben wurde. Ein ruhiges, aber doch zügiges Dahinschwimmen, dann peitscht sich einer in Schwung, nähert sich von schräg hinten einem anderen, der beziehungsweise die bemerkt es, plötzlich jagen beide davon, sie flieht nun vollends in die Uferzone, durchbricht die Oberfläche, dabei wirft sie sich, dreht sie sich, aus dem dunklen Rücken ist ein blitzender Leib geworden...

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Produktinformationen

Titel
Jagd
Untertitel
Roman
Autor
EAN
9783518382851
ISBN
978-3-518-38285-1
Format
Kartonierter Einband
Hersteller
Suhrkamp
Herausgeber
Suhrkamp
Genre
Romane & Erzählungen
Anzahl Seiten
223
Gewicht
204g
Größe
H177mm x B108mm x T15mm
Jahr
1990
Untertitel
Deutsch
Auflage
4. A.
Land
DE
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