Recht bekommen

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Beschreibung

Das ist mein gutes Recht! Ja, was eigentlich genau? Rechtsanwalt Karsten Dusse schildert in 15 Rechtsgeschichten, basierend auf wahren Fällen, welche Mittel jedem zur Verfügung stehen, sein Recht einzufordern. Denn rechtsstaatliche Prinzipien sind für uns alle da und helfen - richtig angewandt - Probleme zu lösen, die für die Statistik nichts, für die Betroffenen aber alles bedeuten. In 15 exemplarischen Fällen wird gezeigt, wie Klein gegen Groß gewonnen hat: gegen schlampige Polizisten, arbeitsverweigernde Staatsanwälte, gegen die Deutsche Bundesbank oder den kaltherzigen Arbeitgeber. Karsten Dusse zeigt, warum sich prinzipiell jeder auf den Rechtsstaat verlassen und mit seiner Hilfe Sorgen gelassener begegnen kann.

Neben seiner Tätigkeit als Anwalt schreibt Karsten Dusse als Headwriter für ausgewählte TV-Projekte (u.a. 'Ladykracher') und wurde als Autor mit dem Deutschen Fernsehpreis und mehrfach mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet sowie für den Grimmepreis nominiert. Seit über vier Jahren ist Karsten Dusse als Rechtsexperte in der VOX-Sendung 'Verklag mich doch!' zu sehen.

Autorentext

Neben seiner Tätigkeit als Anwalt schreibt Karsten Dusse als Headwriter für ausgewählte TV-Projekte (u.a. »Ladykracher«) und wurde als Autor mit dem Deutschen Fernsehpreis und mehrfach mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet sowie für den Grimmepreis nominiert. Seit über vier Jahren ist Karsten Dusse als Rechtsexperte in der VOX-Sendung »Verklag mich doch!« zu sehen.



Leseprobe

PRAKTIKUM

Arbeitsrecht: Praktikant gewinnt gegen Arbeitgeber

Wenn Sie in Deutschland Außenminister werden wollen, dann brauchen Sie keine besonderen Qualifikationen. Gelernter Taxifahrer reicht völlig. Oder Sie sind Ex-Lehrer und betonen im Bewerbungsgespräch, Sie wollten einfach einen Job machen, der Ihnen mehr Zeit für die Familie lässt als derzeit der Job als Wirtschaftsminister.

Bei allen anderen anspruchsvollen Jobs - außerhalb eines Bundes- oder Landeskabinetts - sind fehlende Fachqualifikationen eher der Tod für ein weiteres Auswahlverfahren. Hier werden von den Bewerbern Hochschulabschlüsse, Auslandsaufenthalte, Fremdsprachenkenntnisse, Berufserfahrungen und private Weiterbildungen jenseits des Nachvollziehbaren verlangt.

Kann man alle gewünschten Qualifikationen nachweisen, wird man vielleicht zu einem Gespräch, in der Regel aber erst mal zu einem Assessment-Center eingeladen. Assessment-Center sind das, was früher mit Palmolive gefüllte Schälchen in der Fernsehwerbung waren: völlig sinnfrei, aber der Personalchef kann super seine Hände drin baden. Assessment-Center ersetzen derzeit überall das, was früher als Menschenkenntnis bekannt war. Mit guter Menschenkenntnis konnte man als Chef früher gute Menschen einstellen, für die man verantwortlich war und die man dann aus seiner Führungsposition heraus führte. Fachkenntnisse, Verantwortungsbewusstsein und Führungsfähigkeit werden aber zurzeit nicht in der Führungsebene von Unternehmen, sondern nur bei Bewerbern in Assessment-Centern verlangt.

Wenn Sie das Assessment-Center erfolgreich hinter sich gebracht haben, bekommen Sie endlich die Stelle, auf die Sie sich beworben haben: ein Praktikum.

Als Praktikant leisten Sie dann günstig bis umsonst die Arbeit, für die sich das Unternehmen teuer von seinen Kunden bezahlen lässt.

Dieses Prinzip, selbst für den unqualifiziertesten Praktikantenjob die absurdesten Qualifikationen zu verlangen, zieht sich durch den ganzen deutschen Arbeitsmarkt. Egal, ob Sie beim Auswärtigen Amt ein Praktikum machen wollen oder in einem Altenheim.

Sich über dieses Prinzip zu beschweren ist der sicherste Weg, sich den Job, den man sich am Ende eines Praktikums erhofft, ganz bestimmt zu verbauen.

Wobei sich oftmals die Frage stellt, was das wahre Auswahlkriterium für die Besetzung dieser Jobs ist: die Verzweiflung des Bewerbers oder dessen mangelndes Rückgrat, für weniger als ein Taschengeld monatelang Vollzeit einem Chef in den Arsch zu kriechen.

Diesem Sklaverei-Praktikums-Unfug kann ein Ende gesetzt werden. Trotz allem Globalisierungsgedöns gilt nämlich in Deutschland immer noch das deutsche Arbeitsrecht. Und um das zur Geltung zu bringen, braucht niemand Vollakademiker mit fünf Fremdsprachen und vier Auslandsaufenthalten zu sein. Einfacher Menschenverstand, Rückgrat und der Gang zum Arbeitsgericht würden völlig ausreichen, wie folgender Fall erfolgreich angeprangerter arbeitsrechtlicher Grundprinzipienverhöhnung zeigt:

Der Rücken von Herrn Mantilsky müffelte. Was kein Wunder war. Also, der Rücken war schon wund, aber das Müffeln stellte kein Wunder dar. Herr Mantilsky war 92 Jahre alt und lag den ganzen Tag im Bett. Nils wusch den Rücken jeden Morgen. Seit 17 Monaten. Aber der Geruch war immer der gleiche: leicht ranzig, leicht süßlich. Ein bisschen, als ob die Granatsplitternarbe unter der linken Schulter sich jeden Moment dazu entscheiden wollte, erstmalig seit Stalingrad wieder mit dem Eitern anzufangen.

Nils wusste alles über die Kriegsverletzung von Herrn Mantilsky. Weil ihm Herr Mantilsky davon bestimmt schon hundert Mal erzählt hatte. Allerdings wusste Herr Mantilsky relativ wenig über Nils. Das lag aber nicht an Nils, sondern an Herrn Mantilskys Alzheimer-Erkrankung. Jeden Morgen aufs Neue wachte er fragend in einem fremden Bett auf und wusste nicht, wo er war.

Er war in einem Altenheim. Nils kümmerte sich um ihn. Eigen



Inhalt

VORWORT

PROFILTIEFE
Verkehrskontrolle: Autofahrer gewinnt gegen Polizisten
PRAKTIKUM
Arbeitsrecht: Praktikant gewinnt gegen Arbeitgeber

BAUSTELLENBLITZE
Geschwindigkeitsmessung: Autofahrer gewinnt gegen Radarfallenbetreiber

MÜFFELNDER PORSCHE
Autokauf: Käufer gewinnt gegen Autoverkäufer

KLAGEERZWINGUNGSVERFAHREN
Strafrecht: Eltern gewinnen gegen Polizei und Staatsanwaltschaft

KETTENSCHAUKEL
Mietrecht 1: Nachbarin gewinnt gegen sexuell ausufernden Nachbarn

TANTE PAULA
Mietrecht 2: Eltern gewinnen gegen kleinkarierte Nachbarin

KRONKORKENFREUNDSCHAFT
Gesellschaftsrecht: Freundin gewinnt gegen geldgierigen Freund

URLAUB IM JENSEITS
Arbeitsrecht: Witwe gewinnt gegen Arbeitgeber

INKASSO
Schadensersatz: Verbraucher gewinnt gegen Inkassounternehmen

KACKA GEMACHT
Mietrecht: Familienhotel gewinnt gegen Businessgast mit Verdauungsstörung

TABLEDANCE
Handelsrecht: Gast gewinnt gegen Stripteasebar-Betreiber

BAGATELLEN
Strafrecht: Schwarzer gewinnt gegen braunen Verkehrsteilnehmer

MOBBING
Arbeitsrecht: Angestellte gewinnt gegen mobbenden Chef

GELDVERNICHTUNG
Finanzrecht: Oma Meumels gewinnt gegen die Deutsche Bundesbank

NACHWORT
Anwalt bekommen
GLOSSAR
DANKE

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Produktinformationen

Titel
Recht bekommen
Untertitel
15 Rechtsgeschichten, die Sie für sich nutzen können
Autor
EAN
9783492990592
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Piper Verlag GmbH
Genre
Sonstiges
Veröffentlichung
02.05.2018
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
2.44 MB
Anzahl Seiten
256
Features
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
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